Grusswort

Im achten Jahr in Folge laden wir herzlich zu den Afrikanischen Filmtagen in den Münchner Gasteig ein. Unter dem Motto „extended“ richtet sich der Fokus des diesjährigen Programms auf aktuelle Produktionen, die gegenwärtige Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent kritisch beleuchten, um eine eigene, vom Westen unabhängige Zukunft zu entwerfen. Vor dem Hintergrund des erfolgreichen Sci-Fi-Actionfilms Black Panther und der anwachsenden Afrofuturismus-Bewegung reflektieren sie ein neues afrikanisches Selbstverständnis.

So widmen sich der Dokumentarfilm Silas, die Gesellschaftsdramen Razzia und Les Bienheureux, aber auch die Satire Bienvenue au Gondwana dem Einfluss der Kolonialgeschichte auf die Gegenwart, indem Aktivismus und Auflehnung gegen rechtswidrige Rohstoffdeals, korrupte politische Systeme und Islamismus infolge westlicher Hegemonie thematisiert werden. Ergänzend handeln die Spielfilme I Am Not a Witch und Rafiki von Hexenverfolgung und Homophobie als Menschenrechtsverletzungen, die es zu überwinden gilt.

Das Bewusstsein, die Zukunft nicht nur im soziopolitischen, sondern auch im künstlerisch-kreativen Bereich selbst gestalten zu können, spiegelt sich zudem in der Filmästhetik wider: So verdeutlichen der Stummfilm A Hotel Called Memory und das 60er-Jahre-Gangsterdrama Noem My Skollie in ihrer anachronistisch anmutenden Bildsprache, dass afrikanische Filmschaffende wie Akin Omotoso oder Daryne Joshua längst eigene Wege beschreiten.

In diesem Sinne freuen wir uns auf optimistische Blicke in eine Zukunft, die weder auf europäischem Boden stattfindet, noch einem westlichen Vorbild folgt, sich den transkontinentalen Verbindungen jedoch stets bewusst ist – Africa extended 2.0.

Die Veranstalterinnen Sahra Aboudarar, Ines Rehm & Leni Senger                                                                 in Kooperation mit der Münchner Stadtbibliothek

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